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UNTERWASSERFOTOGRAFIE
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BeitragVerfasst: So 1. Mai 2016, 14:40 
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Im neuesten Heft 88 des Taucher-Fachjournal DIVEMASTER ist mein Artikel Fluoreszenz - Blau und nicht UV erschienen. http://divemaster.de/ Dieses Paper dürfte für jede(n) interessant sein, die (der) sich für anspruchsvollere Dokumentation der magischen Fluoreszenz während Nachttauchgängen beschäftigen will, soll heißen: engagierte Sporttaucher bis hin zum Profi-Fotografen.
Es ist empfehlenswert, dieses Heft u.a. auch deshalb als Einzelheft oder e-version zu erwerben, weil Herbert Frei (langjähriger Profi-Unterwasserfotograf) in seinem Artikel über die Renaissance der berühmten RS-Objektive von Nikon (Umbau von Analog zu Digital) berichtet > Titel: Abbildungsqualitäten - wie von einem anderen Stern Hinweis: an der Empfehlung für DIVEMASTER verdiene ich nichts. Es lohnt sich aber wegen der stets sehr interessanten Beiträge für jeden Taucher, dessen Interessen über das Dekompressions-Bier hinausgehen, sich für ein ABO zu entscheiden. Dr. Friedrich Naglschmid (Chefredakteur und Herausgeber von DIVEMASTER) hat langjährige Erfahrung als Taucher, Biologe und Publizist. Dies erkennt man an der Qualität und der Auswahl der Beiträge.
Beste Grüsse Horst
PS: Es schadet sicher nichts, auch meine Homepage zu besuchen >http://www.uni-due.de/fluodives
Dort findet man auch meine Fluoreszleuchten. Ich baue die Fluoreszenz-Module und biete der Taucher-Community auch die kompletten HighPower- Leuchten auf Grundlage der Tilly Maxi Uni zu einem unschlagbaren Preis an > https://www.uni-due.de/fluodives/Seiten/MaxiUniBlau.HTM

_________________
meine Ausrüstung, siehe unter https://www.uni-due.de/fluodives/


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BeitragVerfasst: Mo 6. Jun 2016, 16:20 
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Na dann: Glückwunsch!

Leider wird mit dem Begriff "UV" viel Schindluder getrieben.
Üblicherweise wird elektromagnetische Strahlung von 380nm bis 780nm als sichtbares Licht bezeichnet, 380nm ist dann violett und 780nm (dunkel)rot. In der DIN 5031 ist der Bereich von 315nm - 380nm UV-A oder nahes UV oder Schwarzlicht. Für die WHO und das Bundesamt für Strahlung geht UV-Licht bis 400nm.

Das hindert Anbieter von entsprechenden LEDs aber nicht, auch 420nm noch als UV zu bezeichnen.

Aufgrund eines anderen Artikels von Dir habe ich nach GFP gesucht und die Arbeit von Roger Y. Tsien aus dem Jahr 1998 gefunden, bei der es um die Qualle Aequorea victoria geht. Dort ist die Rede davon, dass es ein Anregungsmaximum bei 395nm gibt, dass 3mal so hoch wie ein zweites Maximum bei 475nm ist. Erwähnt wird auch (sofern ich das richtig verstanden habe), dass der pH-Wert eine Rolle dabei spielt und es sind Grafiken von 6 Mutationen veröffentlicht, die durchaus unterschiedlich Wellenbereiche hinsichtlich Absorption und emittiertem Licht zeigen.

Daher meine Fragen an Dich:
1. Inwieweit sind diese Ergebnisse der Qualle auf Korallen übertragbar?
2. Reagieren alle Korallenarten gleich, also haben sie alle dasselbe Anregungsmaximum?
3. Mit wieviel unterschiedlichen LEDs bzgl. der Wellenlänge hast Du Deine Messungen gemacht?

Jürgen


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BeitragVerfasst: Mo 6. Jun 2016, 17:28 
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Hallo Jürgen,

Steffen Beyer hatte 2013 zeitgleich mit mir eine UW-Leuchte dabei, die UV-Nichia-LEDs enthielten. Er hat nach den ersten Ergebnissen die Anwendung von UV-LEDs verworfen.
Mein US-Kollege Charles Mazel hat dazu ja einen lesenswerten Artilel geschrieben.> http://www.nightsea.com/articles/blue-light-for-underwater-fluorescence/ Auch ein Mitarbeiter vom MaxPlanckInstitut hatte eine UV-Leuchte dabei. Auch diese Ergebnise haben nicht überzeugt.
Es hat sich eben erafahrungsgemäß gezeigt, dass die Wellenlängen zwischen 450-465 nm (Maximum) die besten Ergebnisse bei den meisten Korallen ergeben. Man will möglichst viele verschiedene Arten gleichzeitig erfassen.
Wir haben in der Molekularbiologie übrigends mit "echtem" UV-Licht 260 nm für Nucleinsäuren und 280 nm für Proteine gearbeitet. Da der Laie meist nicht mit diesen gesundheitsgefährdenden Wellenlänge in Kontakt kommt, hat sich offenbar WHO auf die Wellenlänge 400 nm eingeschossen.
Kann durchaus sein, dass bei anderem pH-Wert unter Laborbedingungen (das war da der Fall) andere Anregungseffekte gibt.
Als Biologe kann ich sagen, dass die die Qualle Aequorea victoria ja zur gleichen Tierklasse gehört wie die Korallen (alles Nesseltiere). Also sind GFP-like Proteine nicht verwunderlich.
Bei den Korallen und erst recht bei den Quallen ist ein konstanter pH-Wert von um ph-7 normal, es sei denn das Meer ist durch CO2 versauert. Mittlerweile in den letzen 10-20 Jahren um 0,2 Einheiten abgesunken. Auswirkung auf die Kalkbildung der Steinkorallen.
Die Reaktion der einzelnen Korallenarten (Spezies) ist durchaus verschieden (modifiertes GFP), so daß man bei gleicher Wellenlänge 450-465 nm speciesspecifische Regenbogebfarben erhält. Vor einige Tagen habe ich übrigends die modifizierte und erweiterte Version des DIVEMASTER-Artikels in Englisch auf meine WEB-page zum Download hochgeladen.
> https://www.uni-due.de/fluodives/Seiten/FluoArtikelDeu.HTM

Ich hoffe, dass ich erst mal das Wichtigste beantwortet habe.

Beste Grüsse
Horst

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BeitragVerfasst: Mo 6. Jun 2016, 19:02 
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Hallo Horst,

danke für die schnelle Antwort. Folgendes möchte ich zu bedenken geben:

Angenommen eine Korallenart würde auf Licht mit 395nm (also an der Grenze von violett zu UV) reagieren und selber Licht mit z.B. 450nm emittieren. Wenn Du auf der Kamera und auf der Tauchermaske einen Gelbfilter hast, dann kannst Du das von dieser Koralle ausgesendete blaue Licht nicht sehen. Hatten Deine Buddies andere Filter passend zu den UV-Lampen dabei?


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BeitragVerfasst: Mo 6. Jun 2016, 22:15 
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Hallo Jürgen,
so wie ich mich erinnere, hatten die in einem solchen Falle keine Barriere-Filter genommen. Dafür waren aber alle anderen Korallen mit blau übertrahlt >Folge mißerables Gesamt-Ergebnis.

Gruß
Horst

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